Meinungen und Tests zu Microsoft Security Essentials

Ich habe die kostenlose Virenschutzlösung Microsoft Security Essentials seit einiger Zeit im Einsatz und bin sehr zufrieden damit, da es vor allem meine Anforderungen an Geschwindigkeit, Usability und Erkennungsverlässlichkeit (keine False Positives) in hohem Maße erfüllt. Doch vieles ist subjektiv, zumal ich für Microsoft tätig bin, sollten auch andere zu Wort kommen. Wie stehen Fachexperten und Journalisten zu Microsoft Security Essentials?

Die englische Wikipedia listet unter “Reviews” eine Vielzahl an englischsprachigen Bewertungen auf, die meisten davon sind sehr positiv. Um nur einen herauszugreifen: Im Jänner 2010 gewann Microsoft Security Essentials 1.0 den “Best free Software award” von der Fachzeitschrift PC Advisor.

NSS Labs, Consumer Anti-Malware Products Group Test Report, September 2010
Hier liegt Microsoft Security Essentials bei Malware Blocking und Exploit Blocking im guten Mittelfeld, bei Performance Impact hingegen auf Platz 1! D.h. MSE verlangsamt nicht den Rechner wie viele andere (auch kostenpflichtige) Antivirenprogramme. Übrigens ist dieser Test laut eigenen Angaben unabhängig: “All testing was conducted independently and without sponsorship”image_thumb[16]

c’t 12/2010, S. 90
Der Redakteur bezeichnet Microsoft Security Essentials zusammen mit drei anderen kostenlosen Antivirenprogrammen als “hochkarätigen Reinemacher”, der sich durchaus mit den kostenpflichtigen Antivirenprogrammen messen kann.

c't 23/2010, S. 42
“In Tests der c’t konnte MSE durchaus mit einem guten Grundschutz überzeugen.” und “Microsoft hat Security Essentials bewusst einfach gestaltet.”

AV-Test Product Review and Certification Report – Q4/2010 testete Microsoft Security Essentials 1.0
Bei Repair erreichte MSE1  4,5 von 6 Punkten, bei Usability 5 von 6, bei Protection nur 2.5 von 6, wobei hier zu erwähnen ist, dass weit verbreitete Malware zu 100% erkannt wird, und aktuelle Malware der letzten Monate zu 94% 
Der mittelmäßige bis schlechte Gesamtwert dürfte also vor allem auf die schlechten Ergebnisse beim Dynamic Detection Testing und bei alten Schädlingen zurückzuführen sein, was vermutlich bewusst so gemacht ist, da die dynamische Erkennung die Performance negativ beeinflusst und oft auch zu Falschmeldungen (False Positives) führt.
Ein neuer Test von AV-Test wird im April 2011 erwartet – da wird dann vermutlich schon Version 2 von Microsoft Security Essentials getestet werden.

c't 2/2011, S. 25 über Version 2
“Wie gut der Scanner in der Praxis schützt, müssen Tests zeigen. Bereits Version 1 schlug sich recht wacker…”

Ein Mitglied auf der Windows Fanpage hat mir mitgeteilt, dass laut Computerbild vom Dezember 2010 (getestet wurde vermutlich noch Security Essentials 1.0, da 2.0 noch nicht fertig war) dieses nichts tauge und bei einem Test auf Platz 10/10 landete.
Ich tat Computerbild als für mich nicht ernstzunehmende Quelle in solchen Fragen ab, und mir wurde Arroganz vorgeworfen. Ich habe mich entschuldigt… Nach genauerer Betrachtung der Testergebnisse und Methodiken bei ComputerBild.de fällt auf, dass die Testergebnisse teilweise stark von denen renommierter Testinstitute wie NSS Labs und AV-Test abweichen, was vor allem daran liegen dürfte, dass ComputerBild fast nur die Erkennungsrate gewichtet. Geschwindigkeit, Einfachheit und die Häufigkeit von Falschmeldungen wird hier mit keinem Wort erwähnt.  Außerdem gibt ComputerBild an, besonderen Wert auf Erkennung und Beseitigung selten vorkommender Viren zu legen und dies mit über 2 Mio. Uralt-Viren zu testen. Genau darauf legt Microsoft Security Essentials aber bewusst keinen Wert. Im Internet findet man bei  ComputerBild.de in den Bestenlisten übrigens derzeit noch die Tests aus dem Jahr 2008, die nun bald 3 Jahre alt sind. Ich gehe davon aus, dass für den Beitrag im Dezember 2010 neue Tests durchgeführt wurden, der Beitrag liegt mir aber leider nicht vor. Vorwürfe von Anwendern, dass bei ComputerBild immer Kaspersky gewinnt, weil ComputerBild eine enge (Werbe-)Partnerschaft mit Kaspersky hat und auch immer wieder Kaspersky-CDs beilegt, würde ich nicht zu ernst nehmen, schließlich ist auch Microsoft Deutschland immer wieder Werbekunde und Kooperationspartner der Computerbild. Aber nicht wenige User stellen im selben Forum die Methoden und Ergebnisse der Computerbild, ähnlich wie ich, in Frage.

Fazit

Microsoft Security Essentials kann nicht nur mich, sondern auch die Mehrheit der Tester und Fachjournalisten in den allermeisten Testbereichen durchaus überzeugen. Positiv zu erwähnen sind vor allem Usability und Geschwindigkeit. Die Erkennungsrate liegt sehr oft bei den Tests nur im Mittelfeld, vereinzelt auch deutlich darunter, was aber vor allem darauf zurückzuführen sein dürfte, dass Security Essentials mehr Wert auf Geschwindigkeit, als auf die Erkennung extrem seltener Uralt-Schädlinge legt, zudem über keine heuristischen Methoden verfügt, dafür aber auch keine False Positives liefert. Als sehr guter Basisschutz in Kombination mit einer Prise Hausverstand beim Umgang mit dem Internet und den anderen Sicherheitsgrundregeln ist Security Essentials absolut zu empfehlen!
Tests der Version 2.0 von c’t, AV-Test und NSS Labs sollten bald verfügbar sein.
In einem Satz beschrieben ist Security Essentials:

Schnell, Einfach, Gratis und aktuellen Herausforderungen gewachsen.

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Über den Autor

MCTS

Christian Haberl Christian Haberl ist seit mehr als 10 Jahren als EDV Berater, Vortragender und Trainer tätig. Er kann sich nicht für ein Spezialgebiet entscheiden, drum heißt dieser Blog auch "Kraut & Rüben Blog" - Unter seine Interessen fallen Web-Entwicklung auf ASP.NET Basis, Information Worker & Productivity Technologien (Windows, Office), Server (Windows Server, Small Business, Virtualisierung, Exchange), Scripting, Spam Filtering/Security und Digital Home. Christian Haberl ist auch einer der führenden Produktspezialisten für Windows Media Center und Windows Home Server und ist Direktor des ClubDigitalHome.
Im Jahr 2008 hat Christian Haberl über 200 Vorträge und Schulungen durchgeführt.
Im Frühjahr 2009 wurde Christian Haberl von Microsoft Österreich zum "Influencer" ernannt, weiters wurde er Microsoft Certified Technology Specialist / Microsoft Certified Connected Home Integrator sowie Microsoft Certified Consumer Sales Specialist.

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