Kürzlich meinte ein Freund er würde sich für sein Tonstudio gerne einen neuen Computer kaufen.
Anforderungen:
- Professionelle mehrspurige Audioproduktion von Preproduction bis Mastering, aber auch Videoschnitt.
- 4 Full HD Monitore gleichzeitig ansteuerbar
- Genug PCI und PCIe Slots für Soundkarten
Er wollte ursprünglich einen Mac in der 3000-5000€ Preisklasse anschaffen. Ich meinte dann “Wozu? – Ein Windows PC hat bei niedrigeren Kosten mehr Performance und unterstützt auch alle Hard- und Software die du brauchst.”
Er meinte, das hätte er von anderen auch schon gehört und ich sollte mal loslegen und ihm so eine Workstation zusammenstellen.
Langer Rede kurzer Sinn, es wurde eine maßgeschneiderte 64Bit Workstation von DiTech mit Windows 7 mit phänomenalen Leistungsdaten – ich hatte noch nie so einen schnellen Computer aufgesetzt, und es wird sicher auch noch 2 Jahre dauern bis solche Leistungsdaten Standard werden.
Kostenpunkt: 1979,22€ inkl. 20% MWSt.
Der folgende Screenshot vom Leistungsindex unter Windows 7 ist kein Fake! -

Unter Vista war ja übrigens 5,9 noch der Höchstwert, d.h. unter Vista hätte dieses System den Leistungsindex gesprengt.
Die VelociRaptor Festplatten mit 10000 rpm und 4,2ms Zugriffszeit könnte man noch stripen, also zu einem Raid-0 Verbund zusammenschließen, dann würde der “niedrigste” Wert von 5,9 für die Festplatte sich auch noch deutlich erhöhen. Das wollte der Kunde aber nicht.
Hier die Specs:
- Gehäuse Miditower COOLER MASTER HAF 932
- Netzteil ATX 625 Watt, ENERMAX PRO82+
- Mainboard S-1366 ASUS P6T, ATX
- Prozessor INTEL Core i7-920, 2,66GHz, Quad-Core
- Prozessorkühler THERMALRIGHT TRUE Black 120 LGA775/LGA1366
- Lüfter NOISEBLOCKER 120x120x25 BlackSilent Fan XLP, PWM
- 12GB DDR3-Arbeitsspeicher – DDR3 RAM KIT 6144 MB, PC3-1600 MHz, CL8, CORSAIR Dominator
- Grafikkarte PCI-E 2.0 SAPPHIRE Radeon HD 4850 X2, Full Retail, 1024MB
- 2 x Festplatte SATA II Western Digital VelociRaptor, 300 GB, 16MB Cache
- DVD-+R/-+RW IDE LG GH-22LP20, LightScribe, Bulk, Schwarz
Ein geniales System! – Zwei kleine Imperfektionen sind eben das fehlende Raid 0 und die Tatsache, dass es in dieser Leistungsklasse keine passiv gekühlten Grafikkarten mit 4 x DVI Anschluss gibt, und die Lüfter der Grafikkarte daher mehr Lärm machen als das gesamte restliche System, das mit seinen großen Lüftern fast lautlos ist. (2 passive Grafikkarten mit je 2 Anschlüssen zu nehmen war keine Option, da dadurch zu viele PCI/e Slots belegt werden, welche aber für Sound und Effektkarten benötigt werden.
Software und Hardwaremäßig verwendet der Kunde zusätzlich noch:
- Windows 7 RC 64Bit
- Cubase 5 64Bit
- Steinbergs CC121 Advanced Integration Controller
- Universal Audio UAD-1 DSP Karte
- MOTU 24i/o - 24-channel 24-bit audio interface an Motu 424 PCIe-Card
- Hammerfall Multiface an HDSP-PCI-Card
Ich war extrem positiv überrascht, dass es für alle diese Geräte bereits Windows 7 Treiber und 64Bit Treiber gibt – teilweise schon explizite Windows 7 Treiber, teilweise als Vista Treiber ausgezeichnete Treiber, die aber einwandfrei unter Windows 7 funktionieren. Cubase 5.0.1 läuft auch einwandfrei als native 64Bit Anwendung, das gleiche gilt für die Software des CC121.
Leider nutzte der Kunde bisher eine sehr alte Version namens Cubase vst 5 r3 – und meint dass der Umstieg auf das neue Cubase sehr aufwendig für ihn sein wird, da man viel umlernen muss. Es bleibt daher noch zu prüfen, ob er für einen langsamen Umstieg paralell noch die alte Cubase VST 5 r3 verwenden kann. Virtual XP / XP Mode fällt als Option hier vermutlich weg, da er damit vermutlich nicht auf die Soundkarten durchgreifen kann.
Fazit:
- Einen Mac mit vergleichbarer Konfiguration und Leistungsdaten kann man derzeit gar nicht zusammenstellen, bzw. selbst wenn es ginge kostet er bei vergleichbarer Leistung viel, viel mehr. Selbst der günstigste Mac Pro ist schon teurer als dieses System. Wenn man den Mac so weit hochkonfiguriert wie möglich, zahlt man bereits 2700 EUR und hat immer noch einen älteren Prozessor, keine 4 DVI Anschlüsse oder nicht genug PCI Steckplätze, weniger Arbeitsspeicher, nur DDR2, nicht DDR3, eine langsamere Festplatte etc.
- Windows 7 64 Bit wird im professionellen Audiobereich bereits jetzt hervorragend supported, sowohl von der Hardware / den Treibern her, als auch von der Software her.
Ich hoffe daher, dass nach dem professionellen Printbereich, der in den letzten Jahren massiv von Mac zu Windows abgedriftet ist und dank der 64Bit Unterstützung von Adobe CS4 exklusiv unter Windows weiter abdriftet, auch der professionelle Audio Bereich einen solchen Wechsel von Apple zu Microsoft erleben wird.