Blackberry ist nicht nur ein Produkt der kanadischen Firma Research In Motion Limited sondern ein modernes Buzzword der letzten Jahre, wobei jeder weiß, was damit gemeint ist: Push-Mail – Immer verbunden zu sein mit dem Mailserver. Abfällig sprechen manche Zeitgenossen schon vom “Crackberry” weil viele Anwender sich wie Süchtige verhalten.
Immer wieder habe ich mit Kunden zu tun, die diese Funktionalität zwar schätzen, über die Kosten für den Dienst, die Verwaltbarkeit und die geringe Auswahl an Endgeräten (und oft auch über die Endgeräte selbst) unzufrieden sind.
Ich frage sie dann ob sie denn einen Exchange Server hätten. “Ja.” -
Wenn ich dann darauf hinweise, dass mit Exchange Server 2003 SP2 und Exchange Server 2007 ja sogar mit Small Business Server 2003 und Small Business Server 2008 Push Mail und Kalender, Kontakt und Aufgabensynchronisation in Echtzeit möglich sind, sind die meisten Kunden erstaunt, haben noch nie davon gehört, oder zumindest nicht gewusst dass das praktisch ohne Zusatzaufwand und gänzlich ohne Mehrkosten möglich ist.
Woran liegt das? An der schlechten Kommunikationspolitik von Microsoft? An dem unklaren und nicht besonders einprägsamen Produktnamen “Exchange ActiveSync”, “EAS,”, “Exchange Push”, “Windows-Server-Sync”, “Exchange Server-Sync” an dem besseren Marketing von RIM?
Oder ist das Produkt von Microsoft nicht ausgereift? – Mitnichten, schließlich gab es eine Exchange Lösung schon seit dem Mobile Information Server 2002.
Ist es vielleicht die mangelnde Auswahl an Endgeräten?
Wohl kaum. Exchange ActiveSync wird unterstützt von:
- Windows Mobile basierten Smartphones (HTC, Samsung, Sony-Ericsson usw.)
- Vielen Symbian basierten Smartphones (auch Nokia hat EAS lizenziert!)
- Apple iPhone und iPod Touch (ja sogar Erzrivale Apple nutzt EAS und zahlt dafür Lizenzgebühren nach Redmond)
- Auch das neue Google Phone wird möglicherweise EAS unterstützen (Gerücht?)
Somit unterstützen die beliebtesten (Business-) Smartphones fast ausnahmslos EAS (eine Ausnahme sind natürlich die Blackberry Endgeräte selbst)
Ich kann mit dem Exchange Server folgendes in Echtzeit (Push/Pull) synchronisieren:
- E-Mail
- Kontakte
- Kalender
- Aufgaben
Weiters kann ich
- Termine zur Nachverfolgung markieren oder als “erledigt” markieren
- Elementen eine Kategorie zuweisen
- das globale Adressbuch meines Unternehmens durchsuchen
- Gesprächsanfragen senden und bestätigen
- in meinem Mailordner (direkt am Server) nach Mails suchen (in Echtzeit, mit bestenfalls wenigen Sekunden Wartezeit habe ich eine Volltextsuche ausgeführt mit der ich auch ältere Mails, die auf meinem Gerät nicht offline verfügbar sind, rasch und einfach finde)
- Kontaktfotos synchronisieren
- auf UNC Pfade und SharePoint Libraries zugreifen
- u.v.m.
Das ganze funktioniert sicher (SSL), schnell (Kompression usw.)
Will ich z.B. eine Mail mit einem 2MB Attachment von meinem Mobile weiterschicken, muss ich das Attachment nicht herunterladen um es dann wieder (beim Versenden) hochzuladen, sondern es wird direkt am Server verschickt, das selbe gilt für lange Mails, HTML formatierte Mails auf Endgeräten, die nur-Text Mails unterstützen, hier kümmert sich auch der Server darum, dass die Formatierung nicht verloren geht.
Was ist also das Problem, warum ist BlackBerry so viel bekannter? (ob es nur bekannter ist, oder auch häufiger genutzt wird, kann ich nicht beurteilen.)
Ist EAS zu teuer? Nö. Kostet nichts. Ist kostenlos.
Warum um alles in der Welt würde man denn dann BlackBerry statt EAS verwenden? Vor allem wenn man schon einen Exchange Server hat, sehe ich wirklich keinen einzigen Grund. Wer einen kennt, bitte posten!