Geografische Einschränkungen bei Amazon.de mp3-Download

Endlich DRM-freie Musik auf Amazon.de. Wow! Nachdem ich nun wegen meiner schlechten Erfahrungen mit DRM jahrelang keine Musik gekauft habe, meinen Musik-Konsum auf gelegentlich eine CD oder Musik-DVD, (Internet-)Radio und meine bestehende MP3 Sammlung beschränkt habe, habe ich nur auf den Zeitpunkt gewartet bis Amazon.de oder irgendein anderer großer Anbieter (mit einer großen Musikauswahl) endlich DRM freie Musik in guter Qualität als Download anbietet.

“Es ist soweit!”, habe ich mir gedacht und wollte bei diesem Angebot von Amazon.de gleich zuschlagen:

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Als immer eingeloggter, seit 10 Jahren Amazon “Stammkunde” schnell auf 1-Click kaufen geklickt und dann das hier…

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Ich ärgere mich über diesen Mist so unbeschreiblich, dass ich laut schreien möchte. Zeit dass die EU da mal endlich mal was regelt. Das ist so eine Frechheit, dass ich als Österreicher Produkte nicht kaufen kann, die ein Deutscher schon kaufen kann. Mir kommt echt so das *#$% dass ich in diesem Blog-Beitrag fast meine gute Kinderstube vergessen möchte…

Dieser Mist führt dazu dass immer noch viele illegal herunterladen – weil man sie als Kunden, die bereit sind für ein Produkt zu bezahlen – am Kauf hindert!

EDIT: Ganz ähnlich argumentiert auch dieser Blogger:
http://blog.datenschmutz.net/2009-04/amazon-bietet-drm-freie-mp3s-an/

Fact-Check: Drakonisches DRM in Windows 7?

Genau so wie sich die diversen Spekulationen um DRM vor dem Start von Windows Vista als inhaltlich falsch erwiesen hatten, wird auch die neuerliche Behauptung, Windows 7 enthielte ein “drakonisches DRM” sich als schlichtweg unrichtig erweisen. Leider gibt es immer wieder Redakteure, die solche Falschmeldungen ungeprüft übernehmen, auch bei derstandard.at

Was ist DRM überhaupt? 
DRM (Digital Rights Management) ist die Möglichkeit, dass Rechteinhaber Dateien, etwa Musik oder Videos an ihre Kunden verteilen, dabei aber die Nutzungsrechte in gewisser Weise einschränken, z.B. Kopierschutz, Anzahl der Player, wie oft darf die Musik auf CD gebrannt werden, kann das hochauflösende Bild (z.B. einer BluRay) über ungeschütze Wege (non HDCP) auch hochauflösend ausgegeben werden etc.
Das das für legale Nutzer völliger Schwachsinn ist, und konsumentenfeindlich, darüber möchte ich gar nicht diskutieren, das liegt auf der Hand. Spätestens seit Apple angekündigt hat, sämtliche Musik auch DRM-frei in seinem iTunes Music Store anbieten zu wollen, ist klar was die Konsumenten wollen. Sobald Apple auch in Österreich beginnt, ihr gesamtes Musik Angebot DRM frei zu einem vernünftigen Preis anzubieten, haben sie einen Kunden gewonnen (mich)! Bei Video ist man noch nicht ganz so weit, so viel ich weiß werden noch keine aktuellen Filme in HD DRM frei vertrieben, aber dieser Markt ist auch noch nicht besonders groß.
Aber all dies hat mit dem Betriebssystem (sei es Windows Vista oder Windows 7) recht wenig zu tun!
Es gibt genau genommen 5 Dinge wo sich Windows und DRM irgendwie berühren:

  • Windows Media DRM in Windows Media Player
    ähnlich wie bei iTunes betrifft das natürlich nur DRM geschütze Musik/Videos und einige HD-TV Fernsehsender in den USA. Hier wird nur das umgesetzt was der Rechteanbieter in der Mediendatei hinterlegt hat. Kann ein Player nicht DRM bleibt er stumm. Windows Media DRM funktioniert auf allen Windows Versionen, nicht erst auf Windows Vista / Windows 7.
  • Output Content Protection wird ab Windows Vista unterstützt
    Ermöglicht es Content, der dies voraussetzt, abzuspielen – entweder in voller Qualität über einen sicheren Kanal (HDMI mit HDCP) oder in reduzierter Qualität über jeden beliebigen Ausgang.
    Wenn z.B. eine BluRay es nicht zulässt, in Full HD über ungeschützte Ausgänge (nicht HDCP kompatibel) abgespielt zu werden, wird das Bild heruntergerechnet auf eine etwas bessere Qualität als eine DVD.
    Dies ist Voraussetzung für das Abspielen einiger weniger BluRay und einiger digitaler HD-TV Sender in den USA. Der Nachteil für den Nutzer ist vernachläßigbar. Wer verwendet nicht HDMI zur Ausgabe von HD Content? Selbst Anwender mit “unlauteren” Absichten sind davon nicht betroffen – denn welcher Ripper macht seine Rips in dem er Ausgangssignale abgreift? Wozu gibt’s AnyDVD – damit kann man längst auch BluRays rippen und vom DRM befreien.
    Output content protection: http://www.microsoft.com/whdc/device/media/output_protect.mspx

  • DRM für Pay TV in Windows Media Center.
    Pay TV ohne Verschlüsselung wird meines Wissens nach von keinem Anbieter weltweit erlaubt. Microsoft versucht daher sein DRM als Lösung anzubieten, um legal und supportet Premium Content / Pay TV zu ermöglichen. Diese Rechnung kann Microsoft aber nur mit den Content Anbietern machen.
    Leider reicht das Microsoft DRM den meisten Content Anbietern nicht, um Microsoft / Windows Media Center als zertifizierten Player zuzulassen. Die wollen einfach nichts von Recording Software auf PC’s wissen, egal ob mit oder ohne DRM! So erlaubt z.B. Premiere (und die meisten anderen Pay-TV Anbieter weltweit) es nicht, PC’s mit PVR Software einzusetzen (außer über die zertifizierten Receiver / Set-Top Boxen und den analogen Eingang).
    Wieso es trotzdem funktioniert? Weil das einige TV-Karten hersteller ignorieren, und das ganze einfach im Treiber entschlüsseln. Legal ist es deswegen nicht, und der User verstößt mindestens gegen seine Nutzungsvereinbarung. DRM wäre also ein Ansatz gewesen, Premium Content / Pay TV legal auf Windows Media Center zu bringen. Leider reicht das den meisten Content Anbietern nicht aus, und so wird es in absehbarer Zeit bis auf einige wenige Content Provider in den USA keine Lösung für die (legale und supportete) Wiedergabe von Premium Content (Pay TV) in Windows Media Center geben. Illegale Lösungen funktionieren aber auf Windows genau so wie auf Linux oder anderen Plattformen, daher ist ein Nachteil für den User nicht gegeben.
  • Windows Rights Management Services (RMS)
    Technologie, die es Unternehmen ermöglicht, die Nutzung vertraulicher, unternehmensinterner Dokumente einzuschränken (z.B. E-Mail, Office Dokumente) – durchaus sinnvoll im Unternehmenseinsatz, den einzelnen User wird das selten negativ treffen. Gut wenn ich ein User bin, der ein Dokument nicht lesen darf, werde ich mich ärgern, aber das ist ja nicht die Schuld der Technologie, sondern derer, die der Meinung sind, dass das Dokument nicht für mich bestimmt ist.
    Es handelt sich dabei um eine Client-Server Archtiktur und auch hier um nichts Windows Vista / Windows 7 spezifisches!
    Mehr Infos dazu: http://en.wikipedia.org/wiki/Rights_Management_Services
  • Code Integrity (CI)
    Sicherheitsfeature (ab Windows Vista) das sicherstellt, dass Systemdateien nicht ausgetauscht werden und die Signatur von Kernel Mode Treibern überprüft.

    Link - Vista Mythbusters #7: How much DRM is too much? http://blogs.zdnet.com/Bott/?p=154

 

Fazit

Dort wo es DRM Technologien in Windows, Windows Media Center, oder Windows Media Player gibt, bietet dies einen Zusatznutzen für Anwender, die DRM Angebote nutzen möchten. Einen Nachteil für Anwender, die DRM nicht wollen, die Kopierschutz umgehen wollen (legal oder illegal) konnte ich nicht entdecken!


Dieser Kommentar bringt es eigentlich ganz gut auf den Punkt:
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Interessamterweise ist auch mein Kommentar diesmal durch die Zensur geschlüpft:
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Der folgende Kommentar wurde allerdings zensuriert, ich habe ihn per E-Mail bekommen, weil er ein Reply auf meinen Kommentar war, auf der Seite ist er aber komischerweise nicht zu finden. (Irgendwann sollte man mal das Thema Kommentarzensur auf derstandard.at aufgreifen):
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Über den Autor

MCTS

Christian Haberl Christian Haberl ist seit mehr als 10 Jahren als EDV Berater, Vortragender und Trainer tätig. Er kann sich nicht für ein Spezialgebiet entscheiden, drum heißt dieser Blog auch "Kraut & Rüben Blog" - Unter seine Interessen fallen Web-Entwicklung auf ASP.NET Basis, Information Worker & Productivity Technologien (Windows, Office), Server (Windows Server, Small Business, Virtualisierung, Exchange), Scripting, Spam Filtering/Security und Digital Home. Christian Haberl ist auch einer der führenden Produktspezialisten für Windows Media Center und Windows Home Server und ist Direktor des ClubDigitalHome.
Im Jahr 2008 hat Christian Haberl über 200 Vorträge und Schulungen durchgeführt.
Im Frühjahr 2009 wurde Christian Haberl von Microsoft Österreich zum "Influencer" ernannt, weiters wurde er Microsoft Certified Technology Specialist / Microsoft Certified Connected Home Integrator sowie Microsoft Certified Consumer Sales Specialist.

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