Microsoft veröffentlichte vor wenigen Tagen das Powerpack 2 für Windows Home Server auch auf Deutsch und das ist für mich Grund genug dieses Update ein wenig näher in Augenschein zu nehmen!
Zur Erinnerung, was ein Windows Home Server überhaupt ist, kann man sich diesen Post von mir zu Gemüte führen. Die Neuerungen in Powerpack 1 beschreibe ich hier.
Und was ist ein Power Pack überhaupt? Eine Mischung aus Feature Pack und Service Pack einerseits, der Name “Power Pack” sei andererseits auch etwas Konsumenten-tauglicher, heißt es von Microsoft.
Die Änderungen auf einen Blick:
Neu: Windows Media Center Connector
Media Sharing – Unterstützung für MP4 Audio/Video Files
Remote Access – Konfiguration überarbeitet
Home Computer Backup – Bugfix: Restore bricht zwischen 79% und 81% ab
Home Server Backup – Verhindert Überschreiben des Connector
Server Storage, Shared Folders – Dateigrößenbeschränkung, CPU-Auslastung
Installation
Die Installation erfolgt automatisch über Windows Update:

Danach ist ein Neustart des Home Servers erforderlich.
Als nächsten Schritt muss auf allen PC’s der Home Server Connector aktualisiert werden.
Dies passiert glücklicherweise automatisch.

Leider ist aber auch ein Neustart der Clientcomputer erforderlich:

Windows Media Center Connector
Die wohl interessanteste Neuerung in PP2 (im Vergleich zum PP1 eher ein Mini-Power-Päckchen) ist das neue Feature Windows Media Center Connector.
Nun ist es ja nicht so, dass man nicht schon in der Vergangenheit von einem Windows Media Center PC oder Extendern aus auf am Homeserver gespeicherte Daten (Musik, Videos, Fotos, TV-Aufzeichnungen) zugreifen konnte, nur der Aufwand dies zu konfigurieren war nicht gerade gering.
Also was macht nun der Windows Media Center Connector genau, um die beiden Produkte näher zusammen zu bringen?
Im Grunde stellt er einfach automatisch alle Home Server Freigaben in Windows Media Center dar, wenn auf dem PC die Connector SW installiert ist, weiters legt er eine Serverfreigabe ‘TV-Aufzeichnungen’ am Home Server an.
Am Client, auf dem Windows Media Center läuft, wird man automatisch aufgefordert, den Connector zu aktivieren, oder kann die Installation über das Startmenü anstarten:




Das assistentengesteuerte Setup des Windows Media Center Connectors ist rasch erledigt, erfordert aber einen Neustart.
In der Home Server Konsole befindet sich nun auch eine neuer Einstellungsdialog, wo man konfigurieren kann, auf welche Ordner vom Media Center (und seinen Extendern!) zugegriffen werden darf:

Der TV-Aufzeichnungen Ordner dient hier nicht etwa dazu, um direkt, live auf den Homeserver aufzuzeichnen (das ist nach wie vor nicht supported) sondern nur dazu, dorthin kopierte oder verschobene TV-Aufzeichnungen in der Media Center Oberfläche darzustellen.
Also eigentlich nichts was man nicht mit ein paar Handgriffen schon vorher konnte- aber doch wesentlich kompfortabler.
Media Sharing
Auch hier nichts, was nicht vorher schon manuell möglich gewesen wäre:
”Auf dem Heimserver gespeicherte Inhalte, die über Windows Media Connect freigegeben werden, u. a. Dateien mit den Erweiterungen .mp4, .m4v, .m4b und .m4a, werden nun in der Musik- oder Videobibliothek mit Metadaten zu Titel, Interpret, Komponist, Album und Genre angezeigt.”
Wer den integrierten UPnP Server in WHS verwendet, kann also nun diverse MP4 Audio&Video-Daten freigeben und auf einen UPnp Streaming Client, die XBox 360 oder Windows 7 Media Center / Media Player 12 streamen. Windows 7 Media Center und Media Player 12 unterstützen ja nun auch MP4, und das sogar ziemlich gut.
Wer lieber Alternative UPnP Server wie Asset oder Twonky einsetzt, ist von diesem Update nicht betroffen.
Remote Access
Der Einstellungsdialog für den Remotezugriff und die Assistenten für dessen Erstkonfiguration und Reparaturen wurden überarbeitet und vereinfacht und ein im Web gehosteter Diagnosedienst kann nun überprüfen, ob mein Home Server vom Internet erreichbar ist.

Home Computer Backup
Ein Bug, der bei manchen Home Server Anwendern dazu geführt hatte, dass die Wiederherstellung zwischen 79% und 81% hängen blieb, wurde behoben.
Home Server Backup
Das Update verhindert, dass bei einem Home Server Restore ein älterer Connector wiederhergestellt und dann auf die Clients verteilt wird.
Server Storage und Shared Folders
Früher gab es eine Beschränkung, dass Dateien, die auf den Home Server kopiert wurden, nicht größer sein durften, als der freie Speicher auf der Primärpartition des WHS, auch wenn der Speicher der anderen, mittels Drive Extender verwalteten Festplatten ausreichte.
Weiters haben bislang Benachrichtigungen zu Dateien, die in freigegebenen Ordnern gespeichert sind, eine hohe CPU-Auslastung auf dem Heimserver bzw. bei Anwendungen, die auf die freigebebene Dateien zugreifen, verursacht. Dieses Problem wurde ebenfalls behoben.
Home Server v2?
Jede Verzahnung zwischen Home Server und Media Center finde ich gut! – Wobei es mir aber am liebsten wäre, die beiden Produkte wären überhaupt kombiniert – Gerüchte, dass das in Home Server v2 (angeblich Codename “Vail”) geplant sein könnte, gibt es ja nach wie vor. Berichten von Microsoft Mitarbeitern zu Folge, wird Home Server v2 erst im Jahr 2010, nach dem Release von Windows 7 und Windows Server 2008 R2 erscheinen. Ich darf daher davon ausgehen (Spekulation), dass dieser auf Windows 7 / Windows Server 2008 R2 basieren wird, und hoffe nach wie vor sehr stark, dass die Windows Media Center Features von Windows 7 drin bleiben – sodaß meine beiden Lieblings(Consumer)Produkte Windows Media Center und Windows Home Server endlich verschmelzen.
Fazit
Hätte man das erste kostenlose Upgrade zu Windows Home Server nicht zu recht als “Power Pack 1” bezeichnet – hätte man bei diesem ruhig beim Namen Service-Pack bleiben können, denn wirklich neue Features bringt es eigentlich nicht. Einerseits erleichtert es Dinge, die man früher mühsam manuell machen musste, andererseits werden Bugs behoben.
Ein “Powerpäckchen” halt, das aber auf jeden Fall den Einsatz eines Windows Home Servers auch für den ONU noch einfacher macht – bei den momentan unglaublichen Preisen z.B. des Scaleo Home Server von Fujitsu Siemens, eine überlegene Alternative zu jeder NAS.